Über 80 Personen nahmen an unserem Treffen in Berlin teil. Große Wiedersehensfreude gab es bei den anreisenden Glieges aus Übersee: Jerold und Audrey aus Saskatoon/Kanada, Patsy und Dave aus Florida/USA, Les und Pam aus New Hope/USA, David und Tochter Laura aus Boston/USA. Karl-Heinz Gliege aus Brieselang hatte uns im ev. Bildungswerk in Elstal untergebracht, nahe dem alten Olympiastadion, das wir auch besuchten. Dort erhielten wir einen traurigen Einblick; fast kein Gebäude der ehemals umjubelten Sportstätten war mehr vorhanden. Viel Geld wird für den Wiederaufbau notwendig sein, zum Glück hat sich ein Verein etabliert, der diese Aufgabe übernommen hat. Die Tage in Berlin standen unter einem heißen Himmel, täglich über 30 ° Außentemperatur. Da war es selbstverständlich, dass wir die Abende in froher Runde im Freien verbrachten. Nicht zuletzt heiterte uns der von unserem Winzer Bruno Gliege gespendete Wein mächtig auf, so dass viele lustige Anekdoten ausgetauscht und Schunkellieder angestimmt wurden. Aber auch unser Stammbaum wurde vorgestellt mit seinen 4 Stammlinien und schon bald wusste ein jeder zu welcher Linie unserer Familie er gehörte.

Der erste Ausflug brachte uns nach Potsdam, wo wir auf den Spuren des alten Fritz und der Preußenkönige wandelten. Sans Souci,  das Neue Palais und Cäcilienhof, alles wurde mit großem Interesse bestaunt. Auf Filzpantoffeln schlurften wir durch die edlen Räume, gefangen von der Athmosphäre vergangener Herrscherzeiten. In Cäcilienhof waren besonders für unsere Glieges aus Kanada und USA die Ausführungen zum historischen Friedenspakt interessant.

Ob Picknick am Spreeufer  oder Schiffahrt auf dem Wannsee, bei diesem Bilderbuchwetter machte alles gute Laune. So bestiegen wir am nächsten Tag unseren Bus und erkundeten Berlin. Gedächtniskirche, Alexanderplatz, Brandenburger Tor, die Mauer, Bundestag, Wannsee. Was der gute Tourist gesehen haben muss, wir waren da. An dieser Stelle möchten wir uns nochmals herzlichst bei Tanja Gliege und Ute Richter für die guten Dolmetscherdienste für unsere englisch sprechenden Familienmitglieder bedanken. Besonderer Dank gilt den Akteuren vor Ort: Karl-Heinz Gliege, der uns das hervorragende Quartier im evang. Bildungswerk Elstal und das Busunternehmen vermittelte; Karl-Josef Offermanns, der den Shuttel-Transfer von Flughafen und Bahnhof übernahm; Kathrin Gliege, die die Familienschilder fertigte sowie bei Danka Gliege, die gemeinsam mit ihrem Mann Karl-Heinz den zweiten Teil unseres Familientreffens - unsere Fahrt nach Polen organisierte. 

Familientreffen Teil 2 vom 11.08.2003 - 14.08.2003

Zurück zu den Wurzeln - Fahrt nach Zagorow (Hinterberg) / Polen

Mit 36 Teilnehmern starteten wir in das Abenteuer. Bei heißem Reisewetter fanden wir auf der Hinfahrt Abkühlung bei einer Kahnfahrt im Spreewald, bevor wir am Abend unser "Luxushotel" bezogen. Für das Achtbettzimmer wurden wir mit der sprichwörtlich guten polnischen Küche entschädigt, besonders mundete uns das "Bigosch". Hoch erfreut begrüßten wir einige Glieges, die noch heute in Polen leben und ab jetzt an unserem Familientreffen teilnahmen. Mit unserem großen Reisebus suchten wir am nächsten Tag alle kleinen Dörfer unserer Herkunft auf. Biskupice, Zagorow, Lazinsk, Michalinow, Huta Trabczinska , Czarnybrod, Stanislowo. Um nicht in den versandeten, tiefgründigen Straßen stecken zu bleiben, ließen wir den Bus auf der Landstraße stehen und fuhren mit kleinen Jeeps in die Dörfer. Nur 3 Häuser unserer Vorfahren fanden wir noch in den Orten.  Die deutschen Friedhöfe existieren nicht mehr oder sind verwildert. Lediglich in Huta Trabczyn erinnerte uns noch ein Grabstein von Selma Schmechel an die damalige Existenz unserer Familie. Hierauf steht zu lesen: ........ Meine liebe Frau, unsere geliebte Mutter, Selma Schmechel, geb. Gliege, geb. ..8.1905, gest.12.2.1942. Ruhe sanft meine liebe Frau in Deiner Gruft bis Dich Gott…Stimme ruft.  

Lina Luschinski zeigte uns die noch stehende Schule in Michalinow oder das ehemalige Gemeindehaus in Dremmin/ Grabina.  Gespannt lauschten wir ihren Erzählungen aus der früheren Zeit in dem Bewusstsein, noch einige Glieges bei uns zu haben, die vor mehr als 50 Jahren noch hier lebten und uns nun vor Ort vieles erklären und zeigen konnten. Ergriffen standen Patsy Moore aus Florida und ich in Huta Trabczyn vor einer großen grünen Wiese, wissend dass hier unser Stammvater und Urgroßvater Christian Wilhelm Gliege schwerste Arbeit geleistet hatte, um seinen Boden urbar zu machen und die vielköpfige Familie zu ernähren. Die mühsam aus dem Land erwirtschaftete Ernte wurde in Lazinsk auf dem Markt angeboten, der auch heute noch existiert. Das heutige Warenangebot ähnelt dem unserer Wochenmärkte stark. Viele unserer Vorfahren erhielten in der Kirche zu Zagorow (Hinterberg) ihren Segen, bei Geburt, Taufe oder Trauung. Bei unserem Besuch erfuhren wir von Pastor Mendrok, der heutige Seelsorger in dieser Gemeinde, dass die Kirche restauriert wurde u.a. mit gespendeten Geldern aus der Partnerstadt Detmold. Inspiriert von kirchlichem Segen feierten wir mit Les und Pam Isbrandt aus den USA ihren 36. Hochzeitstag. Polnische Musikanten spielten im Hotel zum Tanz auf,  Wolfgang Körner spielte den Pfarrer und amüsierte uns köstlich mit seiner Pantomime während er die beiden nochmals "traute". Den unvergessenen Abschiedsabend verbrachten alle gemeinsam auf der Terrasse des Hotels zu deutschen, englischen und polnischen Liedern. Hier bemerkte man es ganz deutlich - Wir sind eine große internationale Familie.

Der Heimweg führte uns wieder nach Berlin. Von hier starteten die Glieges aus Übersee mit Karl-Josef und Martina auf eine Reise rund um Deutschland und deren Nachbarstaaten, Oesterreich, Italien, Frankreich, Belgien, Niederlande. Favorit war hierbei die Stadt München und der Besuch im Hofbräuhaus. Begeisterung rief die herrliche Bergpanoramawelt in den Zillertaler Alpen/Oesterreich hervor. In Italien/Meran ließen wir uns nicht nur von dem berühmten italienischen Eis verführen, italienische Männer sind sehr aufmerksam. Über den Bodensee schauten wir in die Schweiz bevor wir in Strassburg/Frankreich die vielen Fläden und Flammenkuchen probieren konnten. Den Abschluss der Reise bildeten die Besuche in Belgien und Niederlande am Dreiländereck in Aachen. Drei Wochen waren nunmehr seit dem Beginn des Familienfestes in Berlin vergangen und wir freuten uns schon auf das nächste Wiedersehen.

 

 

 

 

 

 

 
 
 
 
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